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Im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojekts und einer für Mai 2008 geplanten Ausstellung und Publikation zu den Naga Nordostindiens, befasst sich ein Forscherteam am Völkerkundemuseum der Universität Zürich mit der Frage, wie sich die Identität der Naga seit der Unabhängigkeit Indiens gewandelt hat. Für eine Beschäftigung mit den Naga konnte bis vor wenigen Jahren ausschließlich auf die großen Museumssammlungen der Kolonialzeit und einige Monographien aus den 1930er Jahren zurückgegriffen werden, da mit der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 die Nagagebiete für auswärtige Besucher fast vollständig geschlossen wurden. Erst als die Einreiseverbote nach mehr als 50 Jahren gelockert wurden, konnten die Erkenntnisse aus den 1930er Jahren durch neuere Forschungen ergänzt werden. Das Bild das sich uns im heutigen Nagaland bietet, ist eines das unterschiedlicher kaum sein kann: da während der Zeit des Isolation fast 95% der Naga zum Christentum konvertierten, hat sich ihre Kultur und Identität stark verändert. Verschwunden ist nicht nur die früher praktizierte Kopfjagd, sondern auch jegliche in ihrem Umfeld angeordneten Rituale, das orale Wissen und Teile der überlieferten Sozialstrukturen.

Die angewandte Visuelle Anthropologie bietet eine hervorragende Methode, diesen Wandel zu dokumentieren und zu analysieren. Anhand mehrerer Fotoserien aus dem urban geprägten Umfeld des heutigen indischen Bundesstaats Nagaland soll aufgezeigt werden, wie sich das Selbstverständnis der Naga gewandelt hat und durch verschiedene Akteure ständig neu konstruiert wird. Insbesondere drei Beispiele sollen diese Veränderungen illustrieren: ein vom Tourismusministerium neu geschaffenes Kulturfestival, die jährliche „Miss Nagaland”-Wahl und die Ikonographie der Kathedrale von Kohima. Die Fotos entstanden während mehrerer Feldaufenthalte zwischen 2003 und 2006.

Alban von Stockhausen studierte an der Universität Zürich Ethnologie, Religionswissenschaft und Ostasiatische Kunstgeschichte. Zurzeit arbeitet er in einem Forschungsprojekt des Schweizerischen Nationalfonds zu den Naga Nordostindiens unter Leitung von Prof. Michael Oppitz, ein Projekt in dem er sich vor allem mit der visuellen Repräsentation der Naga sowohl im historischen als auch im heutigen Kontext befasst. Außerdem arbeitet er an einer Dissertation zu den Naga in der Fotografie der 1930er Jahre und an einem Forschungsprojekt zur Beziehung zwischen Identität, Religion und Landschaft bei den Dumi Rai Ostnepals, einer Ethnie, deren Totenritual auch schon Thema seiner Magisterarbeit war. Zahlreiche Feldaufenthalte führten ihn zwischen 2001 und 2007 mehrfach nach Nepal und Nordostindien. Die derzeitige Arbeit zu den Naga wird in eine Ausstellung und Publikation münden, die ab Ende Mai 2008 im Völkerkundemuseum der Universität Zürich zu sehen ist und ab April 2009 im Museum für Völkerkunde, Wien.

Zeit: Donnerstag, den 5. Juni 2008, 19 Uhr

Ort: Völkerkundemuseum, Maximilianstr. 42

Im Rahmen des Forschungs- und Ausstellungsprojektes „Crossing Munich – Orte, Bilder und Debatten der Migration“ findet im Sommersemester eine Vortrags- und Gesprächsreihe zu dem Thema “Kunst und Migration” statt: Anhand eigener Arbeiten und Projekte reflektieren Künstler und Künstlerinnen interkulturelle Dynamiken, Konzept und Wirklichkeit kultureller Hybridität – das Zusammenspiel von Kunst und Migration.
„Crossing Munich“ ist ein interdisziplinär angelegtes Projekt der Stadt München in Zusammenarbeit mit den Instituten für Ethnologie und Afrikanistik, Volkskunde/Europäische Ethnologie und dem Historischen Seminar der LMU.
Die Vorträge finden jeweils mittwochs/donnerstags um 19h in der Schellingstraße 12 (Historicum) im Raum A001 statt, der Eintritt ist frei.

Kommende Vorträge:

12.06.2008
Als bildende Künstlerin hat sich Farida Heuck immer wieder mit dem Spannungsfeld von Kunst und Politik auseinander gesetzt. In mehreren Arbeiten befasst sie sich mit dem Themenfeld der Migration, des undokumentierten Reiseverkehrs und dem „Regieren von Migration“.

19.06.2008
Michael Zinganel arbeitet als Architekturhistoriker und Künstler seit einigen Jahren zum Themenfeld der Migration und der Mobilität. Gemeinsam mit dem Architekten und Künstler Miachel Hieslmaier entstand die Multimediainstallation EXIT St Pankraz, in der sie eine Raststätte als Knotenpunkt transnationaler Migrationsrouten untersuchen

03.07.2008
In “Dance with me, Germany” bezieht sich das Münchner Künstlerduo M+M auf die Ausweisung von “Mehmet”, dessen Geschichte bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Marc Weiss und Martin de Mattia kommen gemeinsam mit Bülent Kullukcu, der für die Musik des Projekts verantwortlich war.

Lisl Ponger zählt zu den bekanntesten Filmemacherinnen und Fotografinnen im deutschsprachigen Raum. Mit ihren Werken bewegt sie sich an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst. Ihre Themen kreisen um Fragen der Fremdheit und Identität, um die Beschränktheit des westlichen Blicks auf andere Kulturen. Seit Anfang der 1990er Jahre widmet sie sich unter stets anderen Vorzeichen der Untersuchung des „Fremden Wiens“ – so auch der Titel eines ihrer Fotobücher. Zwölf Jahre später kommentiert und reflektiert sie in dem Film Phantom Fremdes Wien ihre eigene

Multikulturalitätsrecherche kritisch im Kontext sich verändernder Migrationspolitiken. In dem Film Passagen hat Lisl Ponger touristische Sehnsuchtsbilder und Erinnerungen ehemaliger Zwangsmigranten übereinander gelegt und verbindet so die Topografien von Tourismus und Migration. Lisl Ponger erhielt zahlreiche Preise. In den Jahren 1998/99 und 2001/02 hielt sie eine Gastprofessur für künstlerische Fotografie an der Universität für Angewandte Kunst, Wien inne.

Christian Hanussek ist Künstler, Kurator und Kunsttheoretiker. In den letzten Jahren hat er sich vornehmlich mit den Kunstszenen afrikanischer Städte auseinander gesetzt und in diesem Rahmen zahlreiche Texte und Essays für die Zeitschriften NKA. Journal for Contemporary African Art, Third Text, Springerin und Texte zur Kunst verfasst. Seit zwei Jahren arbeitet er mit dem in Douala/Kamerun lebenden Künstler Salifou Lindou zusammen. Ihre gemeinsamen Arbeiten sind auf der diesjährigen Biennale in Dakar/Senegal (Dak’art 2008) zu sehen. Ausstellungen (Auswahl): Gleichzeitig in Afrika / Meanwhile in Africa (2004 – 2006), Recup – Vom Abfall dieser Welt (2007).

Zeit: Mittwoch, den 21.05.2008 um 19.00 ct
Ort: Historicum, Schellingstraße 12, Raum A 001
Veranstaltet vom Institut für Ethnologie.

„Der Regenwald ist unsere Gegenwart und muss unsere Zukunft bleiben“

Informationsabend mit Jhenny Muñoz Hilares, Delegierte des indigenen Volkes der Asháninka aus dem zentralen Regenwald Perus. Sie berichtet über die aktuelle Situation im peruanischen Amazonasgebiet, über das Engagement ihrer Organisation, ihre Erfahrungen als erste indigene stellvertretende Landrätin – und sie stellt dar, was die Partnerschaft mit München für die Asháninka bedeutet.

Begrüßung: Joachim Lorenz, Referent für Gesundheit und Umwelt und Vizepräsident des europaweiten Klima-Bündnisses mit den Völkern des amazonischen Regenwaldes.

Zeit: Dienstag, 3. Juni 2008, 19.30 Uhr

Ort: Kleiner Sitzungssaal, Rathaus (Marienplatz)

Einlass ab 19 Uhr: Infotisch und kleiner Basar mit Naturschmuck von Asháninkafrauen.

Spanisch mit Übersetzung, Eintritt frei.

Schwarzes Blut aus Kolumbien: Coca-Cola, paramilitärische Übergriffe auf
GewerkschafterInnen und die Exportwirtschaft. Wo bleibt die Corporate
Responsibility?

Vortrag und Diskussion mit Carlos Olaya - Gewerkschaftsvertreter der
kolumbianischen Getränkegewerkschaft Sinaltrainal -

Eine Veranstaltung des Umweltreferates der StuVe München und der Basis
Buchhandlung

Wo? Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) - Geschwister-Scholl-Platz 1,
Hauptgebäude (HGB), Raum AO17
Eintritt frei!

weitere Infos: www.kolumbienkampagne.de

Die Theatergruppe “Die Deutanten” wird am 16. und 17. Juli 2008 das Stück “Der zerbrochene Krug” im Institutsgarten aufführen.

Ihr solltet Euch diesen Termin unbedingt vormerken, da die Aufführungen der Debutanten sehr gut sind. Man erinnere nur an die großartige Umsetzung von “American Beauty” und dem “Sommernachtstraum” !

“Für die eigenen Interessen kämpfen! Alternative Perspektiven der Hochschulentwicklung”

Einladung zum studentischer Kongress der Bildungsgewerkschaft GEW
6. bis 8. Juni 2008, Frankfurt am Main

An Deutschlands Hochschulen läuft einiges schief. Statt ausreichend Plätze für mehr Studierende zu schaffen, soll der “Studentenberg untertunnelt” werden. Statt für eine leistungsfähige Ausbildungsförderung zu sorgen, werden Studiengebühren eingeführt. Statt die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge für eine Verbesserung von Studium und Lehre zu nutzen, werden die Arbeitsbedingungen von Lehrenden und Lernenden verschlechtert.

Wie kann eine alternative Hochschulentwicklung aus studentischer Perspektive aussehen? Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die studentische Interessenvertretung? Welche Rolle kann dabei die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft spielen? Diese und weitere Fragen möchten wir mit Euch und Ihnen beim studentischen Perspektivenkongress vom 6. bis 8. Juni 2008 in Frankfurt am Main diskutieren. Hierzu laden wir herzlich ein!

Als Bildungsgewerkschaft organisiert die GEW nicht nur die Beschäftigten in Bildung, Erziehung, Wissenschaft und Forschung, sondern auch die Studierenden. Studentische Interessenvertretung und die gewerkschaftliche Vertretung sind zwei Seiten einer Medaille. Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion über die Perspektiven studentischer und gewerkschaftlicher Hochschulpolitik.

Es referieren und diskutieren mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern u.a.:

Tino Bargel (angefr.), Amin Benaissa, Lars Bretthauer, Daniel Bruns, Torsten Bultmann, Fredrik Dehnerdt, Brigitte Eschenbach, Jana Fischer, Katharina Flechsig, Diana Greim, Roman George, Jana Günther, René Held, Sabine Herzig, Florian Hillebrandt, Klemens Himpele, Werner Hoffacker, Ralf Hoffrogge, Norbert Huchler, Andreas Keller, Sabine Kiel, Ursula Kneer, Marcel Krüger, Carmen Ludwig, Nathalie Meyer, Wolfgang Nitsch, Brigitte Reich (angefr.), Jan Schröder, Sonja Staack, Ulrich Thöne, Verena Vay, Katharina Volk, Alex Wagner, Katharina Wagner, Jens Wernicke, Karin Zennig.

Kongress-Programm, weitere Informationen und Anmeldung im Internet unter:
http://wissenschaft.gew.de/Studentischer_Perspektivenkongress.html
Oder E-Mail an: studikongress[at]gew.de

ETHNOLOGIE? WAS IST DAS? UND WAS MACHT MAN SPÄTER DAMIT? MMH INTERESSANT

Mit diesen Fragen und Zweifeln wird die Ethnologie als sogenannten Orchideenfaches häufig konfrontiert. Um dieser öffentlichen Wahrnehmung der Ethnologie entgegenzuwirken und die Kommunikation und Interaktion zwischen den Studierenden der Ethnologie, bzw. der Sozial- und Kulturanthropologie zu fördern, organisieren sich seit mehreren Jahren Studenten und Studentinnen des Fachs sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.

Im deutschsprachigen Raum versammeln sich dazu jährlich mehrere Dutzend Studierende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, um sich auf studentisch organisierten Symposien über ihre akademischen Erfahrungen und Forschungsvorhaben auszutauschen. In Vorträgen und Workshops werden zudem ethnologische Themen und Das 5. ethnologische Symposium deutschsprachiger Studierender wird VOM 12. BIS ZUM 15. JUNI 2008 in Heidelberg stattfinden und sich thematisch mit den Möglichkeiten und Beschränkungen der ethnologischen Disziplin befassen. Unter dem Titel ethnologie! grenzenlos? laden wir alle Interessierten ein, die definitorischen Verantwortungen und Zwänge unseres Faches zu diskutieren und seine methodologische Notwendigkeit der INTERDISZIPLINARITÄT zu erörtern.

BEITRÄGE UND TEILNEHMER AUS ANDEREN FÄCHERN SIND DAHER BESONDERS WILLKOMMEN.

Anmeldeschluss ist der 18. Mai 2008

Formulare und weitere Informationen auf: http://ethnologiesymposium2008.wordpress.com

Fragen gerne an: symposium2008[at]web.de

Im kommenden Sommer bietet die ICD Academy for Cultural Diplomacy Studentinnen und Studenten die Möglichkeit sich durch die Teilnahme an einem einwöchigen Kurs mit dem Thema ‘kulturelle Diplomatie’ auseinander zu setzen.

Die Academy for Cultural Diplomacy ist ein Teil des Institute for Cultural Diplomacy (ICD). Das ICD ist eine internationale, unabhängige Non-Profit Organisation, die sich für die theoretische Erweiterung und Erforschung sowie die praktische Umsetzung von kultureller Diplomatie einsetzt. In diesem Sinne nimmt das ICD auch eine Bildungsfunktion ein, was unter anderem durch die Academy for Cultural Diplomacy und deren Sommerkurse für StudentInnen umgesetzt wird. Die angebotenen Kurse gehen intensiv auf die Theorie und Methoden der kulturellen Diplomatie ein und bieten TeilnehmerInnen die Gelegenheit ihre Kenntnisse zu vertiefen, ihr Netzwerk zu erweitern und interessante Kontakte zu knüpfen.

Die einwöchigen Kurse finden jeweils im Juni, Juli und August 2008 in englischer Sprache in Berlin statt. Weitere Infos zur Akademie und deren Kursangebote finden Sie auf der ICD-Homepage www.culturaldiplomacy.org> unter der Rubrik ‘Academy’.

Benefizlauf durch den Nordteil des Englischen Gartens

Am Sonntag, den 01.06.08, findet unter dem Motto “Run4Africa“ der 2. Commit to Partnership-Benefizlauf im Nordteil des Englischen Gartens statt. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Münchens Bürgermeister Hep Monatzeder.

Commit to Partnership ist ein studentischer Verein, der sich durch projektgebunden Zusammenarbeit mit lokalen Partnern in Afrika für nachhaltige Entwicklung einsetzt. Dazu werden gemeinsam Kurzzeitprojekte durchgeführt, in die während der Semesterferien Freiwilligenteams entsandt werden.

Das komplette Startgeld, 18 Euro für Studenten, kommt den Commit-Projekten zur HIV/Aids-Aufklärung in Uganda und zur Friedenssicherung in Sierra Leone zu Gute. Der Lauf kann sowohl über eine Distanz von 5km als auch 10 km bestritten werden. Im Startpreis inbegriffen sind Mittagessen (inkl. einem Getränk) nach dem Lauf, ein T-hirt und das Starterpaket.

Nach dem Lauf findet ein Sommerfest mit afrikanischem Essen und Musik (Sarah Mara/Radio Lora) statt.

Weitere Informationen gibt es unter www.com-mit.org/run4africa sowie die Möglichkeit sich für den Lauf anzumelden.


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