ethnologik.de » Blog Archive » Semesterticket in München: Es liegt am Stadtrat zu handeln.

PM der Studierendenvertretung LMU zum Semesterticket:

Nachdem die MVG die Gespräche zu einem Semesterticket abgebrochen hat, ist es an der Zeit, dass der Stadtrat, insbesondere die Fraktionen der SPD und der Grünen, handeln und die MVG dazu auffordern weiter zu verhandeln. Die Studierenden in München werden weder vom MVV noch von der Stadtratsfraktionen ernst genommen in ihrem Bestreben, ein sozialverträgliches Semesterticket für alle StudentInnen einzuführen.

Vor über einem halben Jahr, vor den Komunalwahlen, wurde das Studentenwerk München, das Staatsministerium für Wissenschaft und Kultur und die Studierendenvertretungen der Münchner Hochschulen von dem MVV eingeladen die Ergebnisse einer Studie zur Machbarkeit des Semestertickets in München anzusehen. Bei diesem Treffen wurde ein konkretes Angebot für die Münchner Studierenden in Aussicht gestellt. An den Hochschulen wurden daraufhin Vorbereitungen zu Urabstimmungen über dieses Angebot getroffen. Nun, nachdem sie ein halbes Jahr durch den MVV hingehalten wurden, mussten die StudentInnen in München durch eine Presseerklärung des MVV vom Scheitern des Semestertickets erfahren.

“Dieses Vorgehen ist untragbar! Es erweckt den Eindruck, dass der MVV überhaupt kein Interesse an einer Lösung hatte. Über zwei Jahre harter Arbeit der Studierendenvertretungen in München werden einfach durch eine PM weggewischt. Kein Abschlussgespräch, keine Vorankündigung - seriöses Verhalten sieht anders aus!” kommentiert die enttäuschte Leiterin des AK Semesterticket der LMU, Katharina Honesz.

Nun stellt sich die Frage wie es möglich sein kann, dass in einer SPD geführten Stadt ein Jobticket bei einem großen Unternehmen genauso günstig ist, wie der Ausbildungstarif. Schließlich hat die SPD mit ihrem Einsatz fürs Semesterticket auch Wahlkampf gemacht. Und wieso duldet die Stadtratsfraktionen der Grünen eine Situation, in der es für Studierende immernoch oft günstiger ist, mit dem Auto zu fahren, als öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen?

Die Stadt München ist ebenso wie der Freistaat Bayern ein mächtiger Akteuer in der Gesellschafterversammlung des MVV – welche das Projekt Semesterticket letztlich zu Fall gebracht hat. Die MVG gehört über Umwege sogar komplett der Stadt. Bei dieser Konstellation werden die Studierenden das Gefühl nicht los, das ganze Projekt sei von Anfang an eine teure PR-Aktion gewesen, hinter der kein echter polititscher Wille steht. Der Stadtrat muss jetzt handeln, um seine Glaubwürdigkeit bei den Studierenden wiederherzustellen.

Um unserer Forderung, die Gespräche wieder aufzunehmen und damit die Belange der Studierenden ernst zu nehmen, Nachdruck zu verleihen, organisieren die Studierendenvertretungen der TUM, HM und LMU eine Protestaktion am Marienplatz.

Die Studierenden in München sind dazu aufgerufen, am Freitag, den 18.07.2008 ab 16 Uhr an der Betteldemo auf dem Marienplatz teilzunehmen!

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