Editorial - Ethnologie in Aktion (Text: Andreas Höll)

Es gibt viele Gründe mit einem Studium der Ethnologie zu beginnen, doch wer weiß schon genau, was er nach seinem Studium machen möchte? Das ist eine Frage, die einen spätestens zum Ende des Studiums zwangsläufig beschäftigt. Wer dann noch dabei ist, hat die Ethnologie lieben gelernt; jetzt gilt es nur noch diese Liebe in eine wie immer geartete Tätigkeit umzusetzen. Natürlich hat da jeder seine ganz eigenen Vorstellungen. Doch sicher ist auch der rege Austausch mit den Überlegungen, Arbeitsinhalten und Erfahrungen von Kommilitonen, Dozenten und Ethnologen im Feld sehr bereichernd.

Vor diesem Hintergrund ist die Idee entstanden, im Rahmen der ethnologik eine Rubrik ins Leben zu rufen, die sich mit den Lebenswelten von Menschen beschäftigt, die sich der Ethnologie verschrieben haben. So wollen wir den Informationsfluss am Institut erhöhen und über das Institut hinaus Interesse wecken für die vielseitigen Tätigkeitsfelder, welche die Ethnologie zu bieten hat.

Die Rubrik „Ethnologie in Aktion“ wird in ihrer ersten Ausgabe zwei seit längerem am Institut lehrende Mitarbeiter zu Wort kommen lassen, um uns allen die Möglichkeit zu geben, etwas mehr über deren persönliche Motivationen, Einstellungen und Erlebnisse zu erfahren. So haben sich fünf Studenten mit einem Lehrbeauftragten unseres Instituts, Herrn Dr. Wolfgang Habermeyer, zusammengesetzt und ihn in einem ca. einstündigen Gespräch mit ihren Fragen konfrontiert. Eine Auswahl dieser Fragen haben wir dann dem wissenschaftlichen Assistenten unseres Instituts, Herrn Dr. Alexander Knorr, übermittelt und ihm die Möglichkeit gegeben sich schriftlich dazu zu äußern. Was dabei heraus gekommen ist? Seht selbst!

Des Weiteren haben wir einen Beitrag, der sich mit den Forschungen, Erfahrungen und Problemen des Ethnologen Thomas Stodulka beschäftigt, der zur Zeit im Zuge seiner Doktorarbeit für eineinhalb Jahre mit Straßenkindern in Yogyakarta/ Indonesien arbeitet. Peter Niedersteiner gibt uns einen Einblick in seine Tätigkeit. Dabei kommt wunderbar heraus, mit welch schwierigen Situationen sich Ethnologen im Feld auseinandersetzen müssen und wie schwer es ist, die richtige Balance — wenn das überhaupt möglich ist — zwischen der ausreichenden Distanz gegenüber seinem Forschungsgegenstand und einem „going native“ zu finden.

Außerdem führten Falko Zemmrich und ich ein Online-Interview mit Benjamin Hirschfeld, dem Deutschland-Koordinator des „Moving Anthropology Student Network“ (MASN) und Mitorganisator der im November 2007 im süddeutschen Blaubeuren stattfindenden europäischen Studierenden-Konferenz der Ethnologie. Das MASN wurde 2005 von Ethnologiestudenten aus verschiedenen europäischen Ländern gegründet und versteht sich als Kommunikationsplattform für den internationalen Austausch von Wissen, Informationen und Ideen von Ethnologiestudenten.

An dieser Stelle wollen wir allen oben genannten für ihre Mitarbeit, die offenen und interessanten Beiträge und Interviews danken. Ein besonderes Dankeschön auch an Wolfgang C. Thoma für seine Korrekturarbeit.

3 Responses to “Andreas Höll: Editorial”

  1. Rudolf Dreier Says:

    Bitte den Beitrag über Thomas Stodulka senden.
    Dank und Gruß, Rudi Dreier

  2. Jobsuche Says:

    Warum hast ich davon? Ich höre genau, was du zu sagen und ich bin so glücklich, dass ich auf deinen Blog gekommen. Du weißt tatsächlich was youre reden, und man fühlte ich mich wie ich mehr darüber erfahren. Vielen Dank für diese; Im offiziell ein großer Fan von Ihrem Blog.

  3. hello Says:

    3 potato

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